isoplus Fernwärmetechnik Ges.m.b.H.

Isolierte Leitungen für Fernwärme, Kälte, Dampf und industrielle Zwecke

isoplus Fernwärmetechnik Ges.m.b.H.

 

isoplus Fernwärmetechnik Ges.m.b.H.

Furthoferstraße 1a • 3192 Hohenberg
T +43 (0) 2767 8002 0
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www.isoplus.at

 


 

Erneuerbare Energie aus allen Rohren

Im malerischen oberen Traisental liegt ein ganz besonderer Betrieb. Womit sich isoplus beschäftigt, ist unschwer zu erkennen. Man sieht es schon von der Straße aus: Rohre in allen Durchmessern und Längen, teilweise auf hohen Stapeln, teilweise auf Rollen, säumen den Weg links und rechts der Bundesstraße. Bei näherer Betrachtung stecken in diesen Rohren wieder Rohre. Doch jetzt alles der Reihe nach.

 

Die isoplus-Gruppe mit rund 1200 Mitarbeitern, davon 250 am Standort Hohenberg, ist einer der führenden Hersteller von vorgedämmten Rohrsystemen, deren Anwendungsbereiche sich von der Nah- und Fernwärme bis hin zu einer Vielzahl industrieller Einsatzbereiche erstrecken. Als Gruppe produziert isoplus in sieben Werken auf modernsten Fertigungsanlagen in klassischer wie auch kontinuierlicher Methode circa 3.000 Kilometer Rohr pro Jahr und auch das passende Zubehör, das sind ca. 125.000 Formteile und 350.000 Verbindungsmuffen.

Mag. Andreas Obermayer,
Geschäftsführer

HSH: Herr Obermayer, auf den ersten Blick würde man in dieser romantischen Lage keinen Industriebetrieb erwarten. Wie kam es dazu?

 

Andreas Obermayer: Das ist eine historische Entwicklung. Wir sind hier auf einem alten VOEST-Gelände und an dieser Stelle sind seit Mitte des 19. Jahrhunderts Produktionsbetriebe zu Hause. Besonders die Feilenerzeugung ist zu nennen, die in ihrer Hochblüte 1.400 Menschen beschäftigte. Daher stammt auch der Bahnanschluss, von dem wir heute noch profitieren. Mitte der 1970er Jahre wurde dann mit der Sparte Kunststofftechnik begonnen und z. B. die ersten PET-Flaschen für Coca Cola produziert. Man hat diesen Betrieb allerdings wieder stillgelegt.

 

Das war die Geburtsstunde der Produktion isolierter Fernwärmerohre?

 

Diese Technik hat schon vorher bestanden. 1989 haben dann allerdings einige führende Personen „das wirtschaftliche Ruder selbst in die Hand genommen“ und die Firma isoplus gegründet, die sich ausschließlich mit isolierten Rohren beschäftigt. Ausgehend von Hohenberg hat in diesen 25 Jahren eine europaweite Entwicklung gestartet und wir können heute auf einen Umsatz von 220 Mio. Euro stolz sein. Gut ein Drittel davon wird von unserem Werk hier in Hohenberg aus erzielt, der weitere Anteil von 15 nationalen Gesellschaften in ganz Europa – der isoplus Unternehmensgruppe. Bei diversen Sonderprodukten exportieren wir sogar weltweit.

 

Können Sie uns mit kurzen Worten erklären, worum es bei den isolierten Rohren geht?

 

Wir haben bei all unseren Rohr-Produkten ein System zugrunde liegen. Im Inneren befindet sich ein Metall- oder Kunststoffrohr, durch das die Wärmeträgerflüssigkeit strömt. Darauf folgt eine Isolierschicht, die Verluste auf ein Minimum reduziert. Außen wird das ganze durch eine unverwüstliche Kunststoffschicht umschlossen, damit der Isolierwert auch in 30 oder 50 Jahren noch genauso hoch ist wie am ersten Tag. Dazu kommen dann verschiedenste isolierte Formteile, T-Stücke, Bögen, Abzweiger, Absperrhähne usw. – denn Fernwärmenetze bestehen nicht nur aus geraden Rohren. Die möglichen Durchmesser reichen von 20 Millimeter bis zu großen Dimensionen mit einem Meter.

 

Fernwäre – Nahwärme. Können Sie uns den Unterschied erklären?

 

Die Unterscheidung zwischen Nahwärme und Fernwärme ist vor allem sprachlicher Natur. Unter den Begriff Nahwärme fallen kleinere dezentrale Wärmenetze, während als Fernwärme größere Netze bezeichnet werden, die meist große Transportleitungen beinhalten. Technisch ist diese Unterscheidung allerdings nicht von großer Bedeutung. Die grundlegende Funktionsweise ist für beide Typen von Wärmenetzen die gleiche. Unsere besondere Sympathie gilt dabei den kleineren – teilweise genossenschaftlich organisierten – Nahwärmenetzen, bei denen eine zentrale Biomassefeuerung die privaten und gewerblichen bzw. kommunalen Abnehmer in der Umgebung versorgt.


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    Tausend und ein
    (isoliertes) Rohr bei
    isoplus in Hohenberg
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    Tausend und ein
    (isoliertes) Rohr bei
    isoplus in Hohenberg

 

Wo sehen Sie die Vorteile der Fern- bzw. Nahwärme gegenüber individuellen Heizsystemen?

 

Es entstehen für den Anwender weniger Investitionskosten, die Verbrennung erfolgt wesentlich effizienter und sauberer und die Wärme kommt komfortabel ins Haus, weil nur eine Übergabestation mit geringem Platzbedarf nötig ist. Das spricht deutlich für sich. Allerdings sind nicht überall Wärmenetze sinnvoll, die Benutzer dürfen nicht zu weit verstreut sein. Was auch gut funktioniert, sind sogenannte Micronetze. Hier werden von einem Objekt aus (oft z. B. ein Bauernhof) mehrere Nachbarn mitversorgt. Hier sind unsere Rohrsysteme, die auf Rollen geliefert werden, besonders gut einsetzbar und eine sehr wirtschaftliche Variante.

 

Werden isoplus-Rohre ausschließlich bei Wärmenetzen eingesetzt?

 

Neben der Fernwärme spielt auch die Fernkälte eine immer größere Rolle. Die Effizienz-Prinzipien sind dabei die gleichen und vor allem im urbanen Raum steigt der Energiebedarf für Kühlungszwecke ständig. Unsere Rohre werden zudem auch noch im technischen Bereich angewendet, von der Lebensmittelverarbeitung bis zu Pipelines. Wir decken hier einen sehr großen Bereich ab und produzieren genau nach Kundenwunsch. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Maßanfertigung bei uns Standard ist.

 

Wie stehen Sie als Unternehmen zu Erneuerbarer Energie und Nachhaltiger Entwicklung?

 

Die Forderung nach einer nachhaltigen Energieversorgung ist aktueller denn je. Denn die weltweite Energieversorgung basiert heutzutage zu über 80 % auf dem Einsatz fossiler sowie nuklearer Energieträger. Auch wir in Österreich importieren jede Menge davon. Wir bei isoplus nehmen das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst. Durch die Steigerung der Energieeffizienz und die Einbindung regenerativer Energieträger in die Versorgung kann in allen Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung ein wertvoller Beitrag geleistet werden. Auch ökonomisch, denn gerade die Einbindung regional verfügbarer regenerativer Energieträger in die Versorgung bietet ein enormes Potenzial zur Schließung regionaler Wirtschaftskreisläufe und zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung sowie zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.

 

Wie sieht es denn mit der Energieversorgung von isoplus selber aus?

 

Wir verwenden natürlich Bio-Fernwärme, das darf gar nicht anders sein (lacht). Einige hundert Meter von unserem Werk entfernt befindet sich ein Sägewerk, das eine Holztrocknung betreibt. Aus der Abwärme wird ein Wärmenetz gespeist, aus dem wir unsere Energie beziehen. Auch bei der Stromversorgung ist bei uns alles „im grünen Bereich“, denn die elektrische Energie wird mit Wasserkraft produziert – das Kraftwerk befindet sich mitten auf unserem Werksgelände und hat eine Leistung von 1.250 kW.

 

Bei den Produktionsprozessen selbst entsteht sicher auch viel Abwärme?

 

Ja, besonders bei den Extrusionsanlagen (Produktion der Kunststoffummantelung). Sie funktionieren ausschließlich mit Wärmerückgewinnung, d. h. einige Produktionshallen werden direkt mit dieser Energie versorgt. Darüber hinaus erfolgt die Kühlung energiesparend mit Grundwasser. Überhaupt gibt es bei der Abwärmenutzung noch ein sehr großes Potenzial. Die Nutzung industrieller Prozessabwärme, die ansonsten verloren gehen würde, halte ich für ein großes Gebot der Stunde. So könnten viele fossile Kraftwerke und AKWs eingespart werden, alleine durch cleveres Energiemanagement.

 

Sehr vorbildlich. Herzlichen Dank für das Gespräch.

 


 

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