LINK3

Intelligentes Heizwassermanagement

LINK3

 

LINK3 GmbH
Gewerbestraße 5  •  4774 St. Marienkirchen / Schärding
Tel: +43 7674 206510
Fax: +43 7674 206515
office@link3.at

http://www.link3.at/

 


 

Warmwasserspeicher gibt es wie Sand am Meer. Dasselbe gilt für Manager. Aber ein Warmwasserspeicher, der gleichzeitig Manager ist, das ist einzigartig. Entwickelt hat diesen Heizwassermanager das aufstrebende Unternehmen LINK3 aus Attnang in Oberösterreich. Wir treffen heute den geschäftsführenden Gesellschafter Robert Laabmayr. Im HSH-Interview erzählt er uns, wie das Unternehmen entstanden ist, was hinter dem Begriff Heizwassermanagement steckt und was warmes Wasser mit Straßenverkehr gemein hat.

 

Zukunftsfähige Verbindungen schaffen – so beschreibt Robert Laabmayr die Firmenphilosophie von LINK3. 2011 hat er das Unternehmen gegründet, das mittlerweile fünf Mitarbeiter zählt. Zuvor hat der gelernte Werkzeugmacher 12 Jahre lang in der Solarbranche gearbeitet und so wertvolle Erfahrung in Sachen Heizung und Speichertechnik gesammelt. Mit der Erneuerbaren Energie verbindet ihn vor allem Eines: die Vernunft des Herzens.

Robert Laabmayr
Geschäftsführer LINK3

 

HSH: Herr Laabmayr, seit wann gibt es das Unternehmen LINK3, wie hat es sich entwickelt?

 

Robert Laabmayr: Vor ziemlich genau 10 Jahren wurde mit der Entwicklung der „Integrierten Gegenstromtauscher-Technologie“ begonnen. Ziel war es jene leistungsstarke Energieübertragung, die wir von der Plattenwärmetauscher-Technik kennen, in einen Speicher zu integrieren, allerdings auf eine technisch viel einfachere und sicherere Art und Weise. Antriebskraft ist einzig und allein das physikalische Gesetz der Thermodynamik, genauer gesagt der thermische Auftrieb. Dieser Auftrieb bewegt das Sekundärmedium (den Speicherinhalt) derart stark an der Wärmetauscherfläche, dass die Übertragungsleitung des Wärmetauschers auf ein Vielfaches ansteigt.

Vom ersten Speicher an wurden in Feldversuchen Erfahrungen gesammelt und nach ständigem Messen, Beobachten und Verbessern mündete dieses klassische Trial & Error schließlich in einer Machbarkeitsstudie an der FH Wels unter Prof. DI Dr. Christoph Hochenauer. Nach der positiven Absolvierung wurde 2011 die LINK3 GmbH gegründet und 2012 das Patent erteilt.

Eingebaut werden die LINK3-Systeme bereits seit der 3. Versuchsanlage ausschließlich von Fachbetrieben der Heizungsbranche. Ein nächster großer Schritt wurde 2014 durch die österreichweite Vertriebskooperation mit dem Welser Großhändler Holter gesetzt. Und weil uns die Zusammenarbeit mit renommierten Installationsbetrieben von Anfang an ein großes Anliegen war, freut es mich umso mehr, nun auch Teil der HSH-Kooperation zu sein!

Heute haben wir bereits über 600 Systeme im Einsatz, und verzeichnen eine immer stärker werdende Nachfrage.

 

Wenn man eure Homepage (www.link3.at) besucht, wird schnell klar, dass die LINK3 Produkte mehr sind als einfache Warmwasser-Speicher. Vielmehr ist da von intelligentem Heizwassermanagement die Rede. Was kann man sich darunter vorstellen?

 

Das ist richtig, intelligentes Heizwassermanagement unterscheidet sich ganz deutlich von handelsüblichen Boiler-, Puffer- und Speichersystemen. Das lässt sich vielleicht mit folgendem Vergleich erklären: Eine Heizung ist ein Transportsystem, ähnlich einer Autobahn. Statt Güter und Personen, wird hier Energie mit unterschiedlichen Temperaturen und Massenströmen mit dem Transportmittel Wasser von verschiedenen Erzeugern zu verschiedenen Verbrauchern transportiert.

Der LINK3 wirkt dabei wie ein Autobahnknoten. In einem größeren Verkehrsraum (Speichervolumen) wird durch mehrere Fahrstreifen (Schichtebenen) für die unterschiedlichen Geschwindigkeiten bzw. Gütermengen (Massenströme bzw. Temperaturen) mittels Beschleunigungs- bzw. Entschleunigungsstreifen (Horizontaleinschichtungen) für einen möglichst bremsfreien und somit effizienten Verkehrsfluss (Heizungsfluss) gesorgt. Eine einfache Kreuzung würde da zu einem Verkehrschaos führen (Einheits-Mischtemperatur). Ein Ampelsystem (externe Schichtladung mit Regelung) hätte zwar steuernde Wirkung, würde aber niemals den Effekt bringen wie ein ampelloser Verkehrsknoten.

 

Zusammengefasst: Das intelligente Heizwassermanagement von LINK3 leitet also die Energie verschiedenster Erzeuger auf möglichst effiziente Art und Weise an die unterschiedlichen Verbraucher weiter und speichert Überschüsse. Wie unterscheidet sich LINK3 in dieser Hinsicht von konventionellen Technologien?

 

Ein optimales Heizsystem bedarf im Wesentlichen folgender vier Kriterien:

  1. Einer starken Übertragungsleistung der Wärmetauscher für möglichst hohe Spreizungen, damit aktiv geschichtet werden kann,
  2. strömungstechnisch exakt getrennter Temperaturzonen um Energieverschleppungen zu verhindern,
  3. eines Laminarstrom-Konzeptes als Schutz gegen Turbulenzen und Walzenbildung im Speicher und
  4. eines durchdachten Anschlusskonzeptes für Weichen- bzw. Lastausgleichsfunktionen.

All diese Kriterien werden in unserem System nicht nur optimal erfüllt, sie sind auch optimal aufeinander abgestimmt, die Funktionen unterstützen sich somit gegenseitig. Das Resultat ist die höchstmögliche Speicherkapazität.

  1. Zusätzlich enthält die LINK3-Technologie ein integriertes Ausdehnungsgefäß, welches in den meisten Anwendungsfällen im Ein- und Zweifamilienhaus das konventionelle Ausdehnungsgefäß ersetzen kann und obendrein erneuerungsfrei ist.

Somit wurde ein „5 in 1 Paket“ geschnürrt, welches technik- und systemreduzierend wirkt, enorm viel Montagezeit einsparen kann, sehr platzsparend ist und obendrein hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit nicht zu überbieten ist.

 

Welchen Kunden würden Sie ein intelligentes Heizwassermanagement empfehlen?

 

LINK3 ist für jeden interessant. Man kann es als wesentliche Weiterentwicklung der bisher gängigen Registertechnik sehen, die überall, wo sie angewendet wird, wesentlich effizienter arbeitet. Der LINK3 Speicher beweist darin sein Potenzial, zum neuen Standard der Technik zu werden – und zwar überall wo geheizt, gekühlt und/oder Warmwasser bereitet wird.

 

Wie sind die bisherigen Erfahrungen der Kunden?

 

Im Wesentlichen verzeichnen wir zwei Kundentypen – die Zufriedenen und die Begeisterten.

Die Zufriedenen sind jene, die sich einfach nur Versorgungssicherheit erwarten. Sie bekommen einen LINK3-Heizwassermanager und müssen sich dann um nichts mehr kümmern, weil das System ohne großen technischen Aufwand sehr leistungsstark und betriebssicher funktioniert.

Die begeisterten Kunden sind jene, die sich aus Interesse näher mit der eigenen Heizung auseinandersetzen und erkennen, was dahintersteckt. Sie sind beeindruckt, wenn sie sehen, wie genial einfach man die Gesetze der Physik nutzen kann, um sein Heizsystem hocheffizient zu managen.

 

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Wie heizen Sie privat, Herr Laabmayr? Welche Rolle spielt dabei die Erneuerbare Energie?

 

Ich habe eine langjährige berufliche Vergangenheit in der Solar-Branche, und dementsprechend heize ich überzeugt mit Hilfe der Sonne. 20 m² thermische Solarkollektoren speisen einen 2.000 Liter Speicher, den wir noch vor der Kellerdecke in den Technikraum gehoben haben. Was die Solarthermie nicht schafft, wird durch einen Wohnraumofen ergänzt. Der Ofen ist übrigens ebenfalls eine Eigenentwicklung aus dem Hause LINK3.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft ihres Unternehmens?

 

Mein Ziel ist, die heute als sehr innovativ anerkannte LINK3-Technologie zum technischen Standard von morgen zu machen. Es gibt für mich keinen vernünftigen Grund, warum nicht zukünftig alle integrierten Rohrbündel und Rohrwendel-Tauscher als hocheffiziente Gegenstromtauscher ausgeführt werden sollen.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Erneuerbaren Energie?

 

Zunächst einmal wünsche ich mir Beschleunigung! Die Umstellung auf Erneuerbare Energien läuft viel zu schleppend. Ein zweiter Wunsch wäre, dass Energie gegenüber dem Materiellen einen höheren Stellenwert bekommt. Ich habe den Eindruck, dass Energie wesentlich unreflektierter verbraucht wird als materielle Güter, oder anders betrachtet: mit den materiellen Gütern wird oft unbewusst sehr viel Energie verbraucht. Da kann ich mich auch leider selbst nicht ausnehmen.

 

Welche politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wünschen Sie sich, um das zu erreichen?

 

Die größte Herausforderung liegt hier wohl in der Bewusstseinsbildung des Einzelnen. Im Moment der Kaufentscheidung treten doch oft die guten Absichten etwas in den Hintergrund. Nicht zuletzt auf Grund der Leistbarkeit. Wer hat sich noch nicht dabei ertappt, zu Lasten der Nachhaltigkeit zum Billigeren zu greifen. Oft ist es aber auch die Ungewissheit, ob das Kostenaufwendigere auch wirklich das Umweltfreundlichere ist. Energy-footprints und ähnliche Kennzeichnungen finde ich diesbezüglich sehr aussagekräftig.

Was die Politik betrifft, wäre vielleicht nur ein wesentlicher Schritt notwendig: Die Energieformen unter dem Aspekt absoluter Kostenwahrheit miteinander vergleichen. Wenn ich von Kostenwahrheit spreche, meine ich Kosten für Endlagerung, Klimaschäden, bauliche Maßnahmen usw. Würde man dafür die Preiskalkulation ehrlich durchführen, würde kein Weg mehr an Erneuerbarer Energie vorbeiführen!

 

Wie wird die Energieversorgung in 20 Jahren sein?

 

Sie wird geprägt sein von mehr dezentraler Erzeugung und starker Vernetzung. Sowohl im Wärme- als auch im Elektrizitätssektor. Dementsprechend groß wird auch die Nachfrage nach Speichern (elektrisch und thermisch) sein.

 

Welche neuen und innovativen Produkte stecken bei LINK3 in der Schublade?

 

Unsere aktuelle Neuheit ist der Powerlink+, ein LINK3 Speicher mit teilintegrierter Wärmepumpe. Damit ist gemeint, dass wir den Verflüssigungsprozess des Wärmepumpenkreises in unseren Speicher integrieren. Das erzeugte Heißgas vom Kompressor wird in der Warmwasserzone zuerst enthitzt, was laufend den Warmwasservorrat stets regeneriert. Dadurch verringert sich die Notwendigkeit der aktiven Warmwasserbereitung um bis zu 90%. Danach wird das enthitzte Heißgas im Verflüssiger kondensiert, um die Hauptenergie für die Raumheizung zu nutzen. Das Ergebnis ist ein äußerst sicherer und stabiler Wärmepumpenbetrieb, der vor allem auch mit sämtlichen anderen (erneuerbaren) Energieträgern perfekt kombiniert werden kann. Die Unterstützung durch E-Heizstäbe gehört damit der Geschichte an. 2013 wurde die erste Anlage in Betrieb genommen, mittlerweile laufen 12 Geräte, deren Werte uns wichtige Erkenntnisse für die Serienentwicklung liefern.

 

Das klingt, als würde LINK3 einen Ausflug in die Wärmepumpentechnologie planen?

 

Nicht unbedingt selbst! Wir verstehen uns als Hersteller von Heizwasser-Managementsystemen. Gesamtheitlich betrachtet macht es Sinn wenn der Verflüssiger einer Wärmepumpe optimal abgestimmt im Speicher angesiedelt ist. Damit werden verschiedene Themen der Wärmepumpentechnik positiv beeinflusst, im Wesentlichen aber die Kombination mit anderen hydraulischen Systemen optimiert. Für den Rest des Kältekreises würden wir uns einen starken Partner wünschen, der auch über die notwendige Infrastruktur verfügt.

 

Was steckt sonst noch in der Schublade?

 

Es gibt innovative Überlegungen zur Entwicklung eines Wohnraumofens als bivalenten Energieerzeuger für Wärmepumpen mit Direktkondensation. Auch im Bereich Wohnungsstationen sehe ich großes Potential zur Anwendung der Gegenstromtauscher-Technik.

 

Was ist das herausfordernste Projekt, das Sie bis dato umgesetzt haben?

 

Mit einem neuen Produkt hat man das Glück, dass man immer wieder die eigenen Grenzen überschreiten kann. So auch bei einem Projekt in Bergheim, Salzburg. Mit drei parallel geschalten Powerlink-Systemen und einem 680 kW Fernwärmeanschluss, versorgen wir dort ein Betreuungszentrum mit bis zu 750 Personen mit Warmwasser. In einem durchgeführten Stresstest konnten wir zeigen, dass diese drei Speicher eine Dauerschüttleistung von bis zu 18.000 l/h schaffen. Solche Werte stellen für die Speichertechnologie eine ganz neue Dimension dar und zeigen, wie leistungsstark diese Technologie sein kann.

 

Effizient und trotzdem robust, innovativ und trotzdem einfach – das lässt für die Zukunft hoffen. Tut gut zu wissen, dass an Technologien gearbeitet wird, die uns helfen sorgsam mit dem wertvollen Gut Energie umzugehen. Wir bedanken uns für das Interview, machen uns auf den Heimweg und freuen uns schon auf den ersten Autobahnknoten.